Thomas Demand. Camera – Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle

•June 19, 2008 • 2 Comments







Hamburger Kunsthalle

Thomas Demand – Camera
Galerie der Gegenwart
Bis 16. Juli 2008


Thomas Demand gehört heute zu den international renommiertesten Künstlern der Gegenwart. Erst kürzlich wurde seine Arbeit in einer umfassenden Ausstellung der Fondazione Prada in Venedig präsentiert, 2005 zeigte das Museum of Modern Art in New York anlässlich der Eröffnung seines Neubaus eine monographische Ausstellung seiner Photographien.


\"© Thomas Demand / VG Bild-\"
Thomas Demand
Klause V, 2006
C-Print/ Diasec, 197x137cm
© Thomas Demand / VG Bild-
Kunst, Bonn 2008
Courtesy Galerie Sprüth Magers



Die Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle gibt einen konzentrierten Einblick in die politische Brisanz seiner Arbeiten. Der Betrachter wird mit den Lügen der Politik, den Abgründen der Normalität, mit Überwachung und Erpressung in glasklaren und zugleich rätselhaften Bildern konfrontiert. Thomas Demands Photographien faszinieren durch die suggestive und geradezu unheimliche Präsenz ihrer fiktionalen Bilderwelten. Reale Räume oder Szenerien, die bereits als Bilder durch Printmedien oder im Fernsehen verbreitet wurden, rekonstruiert der Künstler in Originalgröße im Atelier als Modell, um sie dann als großformatige Photographien abzulichten.

In einer eigens von Thomas Demand für die Galerie der Gegenwart entwickelten Installation zeigt die Hamburger Kunsthalle Werke aus den Jahren 2005 bis 2007. Ausgehend von dem Filmloop Camera (2007) beginnt die Ausstellung mit neun Photographien zur Folge Embassy (2007). Die Bilder zeigen die Nigrische Botschaft in Rom, aus der bei einem Einbruch Unterlagen entwendet wurden, die dem amerikanischen Geheimdienst als Argument für den Irakkrieg dienten. Die Bildserie beruht auf Forschungsarbeiten, die der Künstler selbst durchgeführt hat, da kein Reporter jemals Zugang zu dem Ort hatte. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Arbeit Klause aus dem Jahr 2006. Die fünf Photographien entstanden im Dialog zu Max Beckmanns Apokalypsenillustrationen (1941/42). Im Gegensatz zu Beckmann, der den biblischen Text direkt illustriert, greift Demand ein dem Text entsprechendes Ereignis aus der jüngsten Gegenwart auf, den Fall eines mutmaßlichen Verbrechens in Burbach im Saarland. Der Fall wurde jedoch nie aufgeklärt, das Opfer nie gefunden. Demand bezieht sich in seinen Bildern vor allem auf die Berichterstattung, nicht auf die eigentlichen Taten.


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Thomas Demand
Camera, 2007
HD-Video, 1,40min, Loop, stereo
© Thomas Demand / VG Bild-Kunst,
Bonn 2008

\"embassy_1_© Thomas Demand / VG Bild-Kunst, Bonn 2008\"Thomas Demand
Embassy I, 2007
C-Print/ Diasec, 204 x 168 cm
© Thomas Demand / VG Bild-
Kunst, Bonn 2008
Courtesy Esther Schipper

\"embassy_5_© Thomas Demand / VG Bild-Kunst, Bonn 2008\"
Thomas Demand
Embassy V, 2007
C-Print/ Diasec, 164 x 224 cm
© Thomas Demand / VG Bild-Kunst,
Bonn 2008
Courtesy Galerie Sprüth Magers

Thomas Demand :

1964 in München geboren, studierte Thomas Demand von 1987–89 an der Akademie der
Bildenden Künste in München;1989 bis 1992 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und von 1993 bis 1994 Studium am Goldsmiths’ College, London, M.A. Demand lebt und arbeitet in Berlin.

\"portrait_Portrait Thomas Demand_© Christy Lange\"
Portrait Thomas Demand
© Christy Lange





Photos Courtesy Hamburger Kunsthalle
© Photos Thomas Demand / VG Bild-Kunst, Bonn 2008. All rights reserved.
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Lippenstift – Alles Gute zum Geburtstag

•June 19, 2008 • 1 Comment





Der Lippenstift feiert seinen 125jährigen Geburtstag



„Deshalb soll auch jede Frau mit dem Tode bestraft werden, die ihr Gesicht schminkt, um schön zu wirken“. So schrieb der italienische Dominikanermönch und Philosoph Tommaso Campanella in seiner Utopie „der Sonnenstaat.“



Nun ja, das war 1623 und der arme Tommaso sass gerade im Gefängnis (obwohl vermutlich da kein Zusammenhang besteht).
40 Jahre zuvor hätte Campanellas Statement Queen Elisabeth I kaum gestört, trug sie doch als erste Frau ein komplettes Make-up: weiss gepudertes Gesicht, rote Wangen und sehr betonte Lippen. Und wenn sie auch ihre Kusine Mary Queen of Scots hinrichten liess, so hatte das nun wirklich andere Gründe.


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Photo Clara Natoli, Roma



Doch auch 250 Jahre später hatten es die Frauen noch immer schwer mit ihrem Wunsch nach Make-up. 1860 erklärte Königin Victoria von England kurz und knapp, dass Make-up unhöfisch sei – wie bekanntlich so vieles andere auch -. So überliessen, wohl oder übel, die Damen der feinen Gesellschaft die Kunst der Lippenbemalung den Damen des eher leichten Gewerbes, Schauspielerinnen und … man höre und staune, Frauenrechtlerinnen.

Das wiederum störte zwei Pariser Parfumeure nicht als sie 1883 an der Weltausstellung in Amsterdam den ersten „Stylo d’amour“ präsentierten.
Die Geburtsstunde des Lippenstifts; ein kleines, in Seidenpapier gewickeltes „Würstchen“, das zwar die Lippen wunderbar rot färbte aber auch unverschämt teuer war, umgerechnet zu heute etwa 50 Euro.

Sein Siegeszug um die Welt konnte nichts mehr aufhalten. Guerlin produzierte schon ab 1910 Lippenstifte für eine meist adlige Kundschaft (in Frankreich war man scheinbar ein bisschen frivoler als in Engeland). Die berühmte Schauspielerin Sarah Bernhardt stellte sich sogar für Werbezwecke zur Verfügung und die Suffragetten benutzen ihn als Symbol zum Kampf für das Frauenstimmrecht (doch, doch). Stummfilmstars wie Theda Bara oder Clara Bow machten ihn dann endgültig salonfähig.
Die Firma Revlon kreiert 1939 den berühmten Klassiker „Revlon Red“ und, zum ersten Mal, einen passenden Nagellack in der gleichen Farbe: „Matching finger- und lip tints“. Die praktisch veranlagten Amerikaner erfanden 1948 die Dreh-Mechanik, anhand welcher der Lippenstift in einer Hülse rauf- und runtergedreht werden kann. Den Lip-Pen mit Pinsel gab’s ab 1989 dank Dior und L’Oréal. Und schliesslich gibt es seit kurzem auch den Anti-aging Lippenstift und eine “Bio”-Ausgabe. Dem Vortschritt sind keine Grenzen gesetzt.

Ob flashy, dezent, glamourös, kussecht oder „nude-look“, der Lippenstift liegt nach wie vor im Trend und gehört zum meist verwendeten Kosmetikprodukt. Über 80 % aller Frauen von 20 bis 60 Jahren benutzen ihn, und das wird wohl auch so bleiben.


Also dann…Happy birthday.



H. Stampfli





Die Galeries Lafayette Berlin feierte das Lippenstift-Jubiläum mit einer einzigartigen Ausstellung von Lippenstiften aus der persönlichen Sammlung des Berliner Starvisagisten René Koch.
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SHARON LOCKHART – Kunstverein in Hamburg

•April 7, 2008 • Leave a Comment





Kunstverein Hamburg

SHARON LOCKHART
12. April bis 15. Juni 2008


Einladung – Kunstverein Hamburg

Der Kunstverein Hamburg lädt Sie und Ihre Freunde herzlich ein zur Eröffnung am kommenden Freitag, den 11. April 2008 ausnahmsweise bereits um 18 Uhr

SHARON LOCKHART

12. April bis 15. Juni 2008

Begrüßung
Dr. Harald Falckenberg, Vorstand

Einführung
Dr. Yilmaz Dziewior, Direktor


SHARON LOCKHART

Die frühen Filme und Fotografien der 1964 in Norwood, Massachusetts geborenen und heute in Los Angeles lebenden Sharon Lockhart lassen durch ihre Verweise auf Filmklassiker Referenzen an ihr direktes Umfeld Hollywood erkennen. Zu einer ihrer bekanntesten Aufnahmen dieser Zeit, die auch in der Hamburger Ausstellung zu sehen ist, zählt „Audition“ (1994), eine Serie von Farbfotografien, in denen Jungen und Mädchen eine Szene aus Francois Truffauts „L’argent de poche“ (Taschengeld) von 1975 nachstellen. Sie wirken wie Standaufnahmen eines Films und erzeugen einen irritierenden Widerspruch zwischen dem Alter der Darsteller und den von ihnen nachgespielten Szenen, der für das Werk Sharon Lockharts charakteristisch ist, die häufig Kinder oder Jugendliche im Übergangsstadium zum Erwachsensein portraitiert. Dabei untersucht die Künstlerin, wie sich kulturelle Repräsentation nicht nur in unterschiedlichen Lebensphasen, sondern auch in verschiedenen geografischen Regionen und Zusammenhängen manifestiert und verbrachte zur Realisierung einiger ihrer Projekte jeweils mehrere Monate in Japan und Brasilien.
Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von bildender Kunst und Film, von künstlich inszenierter und vermeintlich authentisch realistischer Wiedergabe von Wirklichkeit, zählt zu den Konstanten im Werk von Sharon Lockhart. Vor diesem Hintergrund wird ihre Motivwahl von Skulpturen Duane Hansons verständlich, mit denen sie sich in mehreren fotografischen Arbeiten auseinandersetzt, die sie nicht zuletzt aufgrund ihrer Simulation von Realität interessieren.
Sharon Lockhart setzt bewusst auch emotionalisierende Effekte ein, die in einem Spannungsverhältnis zur rationalen, konzeptuellen Ausrichtung der Arbeit stehen. Die Atmosphären und Situationen in ihren Filmen und Fotografien werden gleichzeitig durch analytische Distanz sowie durch subjektive Einfühlsamkeit bestimmt.
Ihre Arbeiten wurden bereits in großen Einzelausstellungen in Museen in Minneapolis, Chicago, Rotterdam und Zürich präsentiert und waren auf international renommierten Festivals in New York, Berlin, Wien und Rio de Janeiro zu sehen. Der Kunstverein in Hamburg stellt die bis dato umfangreichste Präsentation ihres Werks vor.


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LUIS JACOB. Habitat – Kunstverein Hamburg – nur noch bis 23.03.08

•March 19, 2008 • Leave a Comment

 

Kunstverein Hamburg

LUIS JACOB. Habitat
noch bis 23. März 2008

 

Der Künstler Luis Jacob (geb. 1971 in Lima) lebt in Toronto und arbeitet in unter- schiedlichen Medien wie Video, Fotografie, Performance und Aktion im öffentlichen Raum. Neben seiner künstlerischen Praxis ist er sowohl in politisch aktivistischen Zusammenhängen als auch als Theoretiker und Kurator tätig. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er vor allem durch seine Teilnahme an der documenta 12 in Kassel bekannt.

Im Zentrum seines Interesses steht die soziale Interaktion, die er in Galerien und dem öffentlichen Raum inszeniert und die zu politisch engagiertem und reflektiertem Handeln auffordert. Die Ausstellung im Kunstverein in Hamburg vereint in den beiden unteren Räumen eine eigens für sie entstandene Version der Serie „Album“ und die als Setting für Handlungen initiierte Installation „Habitat“.

Kuratiert von Meike Behm

Luis Jacob, Album VI, 2007

Bildmontage in Plastik laminiert
168 Blätter, jeweils 44,5 x 29 cm
Courtesy Birch Libralato, Toronto
Installationsansicht Kunstverein in Hamburg

 

 

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Wessen Geschichte – Kunstverein Hamburg – nur noch bis 23.03.08

•March 19, 2008 • Leave a Comment

 

Kunstverein Hamburg

WESSEN GESCHICHTE
noch bis 23. März 2008

 

Andreas Bunte, Mircea Cantor, Diango Hernández, Andree Korpys/Markus Löffler, Gabriel Kuri, Little Warsaw, Victor Man, Silke Schatz, Haegue Yang

 

Die internationale Gruppenausstellung Wessen Geschichte vereint Arbeiten von jungen Künstlerinnen und Künstlern, die sich auf unterschiedliche Weise mit der Vergangenheit ihres jeweiligen Heimatlandes auseinandersetzen.
Die präsentierten Arbeiten reflektieren die Problematik kollektiver Identität in Zeiten wirtschaftlicher und kultureller Globalisierung, indem sie sich unter anderem mit den gewaltigen Umwälzungsprozessen in Osteuropa, Lateinamerika und Asien auseinandersetzen. Zusätzlich thematisieren einige Werke in der Ausstellung verschiedene Aspekte der deutschen Geschichte.

Andreas Bunte, Die letzten Tage der Gegenwart, 2006

16 mm-Film, s/w, ohne Ton, 6:04 min
Courtesy Galerie Ben Kaufmann, Berlin
Installationsansicht Kunstverein in Hamburg
Foto: Fred Dott, Hamburg

Dabei spielt stets die eigene Erfahrung resultierend aus einer persönlichen Eingebundenheit in diese Prozesse eine entscheidende Rolle. Auch wenn einige der in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen und Künstler heute nicht mehr in ihrer Heimat leben, erachten sie mitunter bestimmte historische Entwicklungen, denen sie in ihrer Jugend ausgesetzt waren, als konstitutiv für ihre aktuelle Arbeit.

 

 

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Kennen Sie Kokoschka ? über die Werkschau im Schloss Belvedere Wien

•March 7, 2008 • Leave a Comment

 

Das Wiener Schloss Belvedere zeigt in einer Werkschau das frühe Schaffen des österreichischen Malers in den späten 1910er Jahren.

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Oskar Kokoschka
Selbstbildnis, 1917
Öl auf Leinwand, 79 x 63 cm
Von der Heydt-Museum, Wuppertal
© Fondation Oskar Kokoschka/VBK, Wien 2008

 

Blick zurück – Götterdämmerung in Oesterreich um 1900

Es brodelt in der Donaumonarchie. Das Habsburger Weltreich, bedrängt von politischen Problemen, sozialen Konflikten und erwachendem Nationalismus, steht vor dem Zerfall.
Auch kulturell brodelt es. Die erste Welle der Moderne schwappt über das Land: die neue Logik in Mahlers Monumentalmusik, der atonale Schönberg, die Freudsche Psychoanalyse, Hoffmansthal, Schnitzler, Jugendstil, Gustav Klimt und Egon Schiele.

Doch auch der kaum entstandene neugestaltende Jugendstil bröckelt bereits. Denn da gibt es jemanden der heftig darauf einhämmert, rücksichtslos, aufsässig, gründlich und kompromisslos. Sein Name ? Kokoschka, Oskar, Maler, geboren 1889.

 

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Oskar Kokoschka
Schlafende Frau (aus: Die träumenden Knaben), 1907/1908
Farblithografie, 23,5 x 21,5 cm
Lentos Kunstmuseum Linz
© Fondation Oskar Kokoschka/VBK, Wien 2008

 

Jugendstil – Expressionismus – Kokoschka

Sehr rasch löst sich Kokoschka vom Einfluss des Jugendstils der „Wiener Secession“, von Klimt. Kaum 20 Jahre ist er alt bei seiner ersten Ausstellung. Seine Exponate schockieren die Öffentlichkeit und die Kunstwelt. Der Skandal ist bestes Marketing, innert weniger Tage sind seine Arbeiten verkauft.
Für seine „Schweinereien“ will ihm Erzherzog Franz Ferdinand alle Knochen im Leib brechen – doch dazu wird es nicht kommen, Sarajevo ist nicht mehr weit – Kokoschka schert sich weder um die Gesellschaft noch um die Kunstwelt. Wien jedoch wird ihm zu „klein“ und er verlässt es. Er sucht neue Wege in Frankreich und Deutschland.

Nervosität, Ungeduld, Leidenschaft zeichnen sein Frühwerk aus. Der Pinsel allein genügt ihm nicht zum Malen; mit Fingernägeln oder scharfen Metallgegenständen kratzt er aufgetragene Farbschichten wieder aus der Leinwand und malt grosse Teile mit den Fingern. Die entstehenden Bilder sind von ungeheurer Ausdruckskraft und widerspiegeln seine Zweifel, Ängste und inneren Kämpfe, seine Ausgrenzung und das Zerbrechen der Liebschaft mit Alma Mahler, die obsessionelle Schlacht zwischen Eros und Geist, und natürlich seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg aus dem er schwerverwundet zurückkam.

 

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Oskar Kokoschka
Salome , 1906
Aquarell auf Papier, 30,5 x 40 cm
Privatbesitz
© Fondation Oskar Kokoschka/VBK, Wien 2008

 

Erstze Phase einer Meisterschaft

Kokoschka wird zu einem der grössten Porträtisten des 20. Jahrhunderts. Er radiografiert die Seele seiner Epoche, dringt hinter die Maske seiner Zeitgenossen. Seine Scharfsichtigkeit beunruhigt. Den berühmten Naturalisten Auguste Forel z.B porträtiert er mit angespannten Fingern, das Auge wie tot, das Gesicht durch Leiden zersetzt. Forel und seine Familie sind schockiert und verweigern den Kauf des Bildes. Zwei Jahre danach erlitt Forel eine Gehirnattacke, die ein Halbseitlähmung zur Folge hatte. Unbewusst hatte Kokoschka die Katastrophe vorausgesehen. Kein Wunder, dass sich die Modele in ihren Portraits nicht wiedererkennen können oder wollen.
Aus dieser Zeit geht auch ein grosser Zyklus Städte- und Landschaftsbilder hervor, der einzigartig ist in der Geschichte der Malerei des 20. Jahrhundert. Ekstasen von Raum und Bewegung, Harmonie von Farben und Formen, fieberhaftes Leben das sein eigenes Innenleben widerspiegelt.

 

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Oskar Kokoschka
Doppelbildnis Hans und Erika Tietze, 1909
Öl auf Leinwand 76,5 x 136,2 cm
Museum of Modern Art, New York
© Fondation Oskar Kokoschka/VBK, Wien 2008

 

Die erste Phase seiner grossen Meisterschaft hat begonnen. Zu sehen ist sie bis 12. Mai im Schloss Belvedere in Wien.

Helmut Stampfli, Kunsthändler u. Gallerist
Espaces Arts & Objects
, Lausanne

Besonderen Dank an den Britischen Fashion Designer Roubi L’Roubi, für seine Anregung zu diesem Artikel und seiner zuvorkommender Unterstützung durch das exklusive RoubiMagazine – London.

 

Oskar Kokoschka „Träumender Knabe – Enfant terrible“
Schloss Belevedere, Wien
24. Januar – 12.Mai 2008

Edward Steichen – Modefotografie im Kunstmuseum Zürich

•March 7, 2008 • Leave a Comment

 

Kunsthaus Zürich

Edwar Steichen. In High Fashion
11. Januar bis 30. März 2008

 

Das Kunsthaus Zürich zeigt in der Ausstellung „In High Fashion“ eine bisher unbekannte Seite des amerikanischen Fotografen Edward Steichen. Rund 200 Originalabzüge den 1920ger und 1930ger Jahre dokumentieren seine Revolution in der Modefotografie.

 

plakat_steichen.jpg

Als 1910 Baron Adolf de Meyer seine erste Modeaufnahme für „Vogue“ schuf, sah alles noch ganz anders aus. Die Fotografie ersetzte zwar die Modezeichnung, im Mittelpunkt stand aber nach wie vor das Kleid. Alles andere war zweitrangig. Die Modelle hatten schön zu sein, das genügte. Sie waren kaum mehr als “Schaufensterpuppen”, ohne Persönlichkeit, ohne Prestige. Naomi Campbell, Heidi Klum, oder Kate Moss, sie wären damals undenkbar gewesen.

Mit alledem hat dann aber Edward Steichen gründlich aufgeräumt, als er 1923 vom Verlagshaus Condé Nast zum Cheffotografen von “Vogue” und „Vanity Fair” ernannt wurde.
Der damals 43jährige Steichen – als Maler und Kunstfotograf schon außerordentlich erfolgreich – nutzte die Gunst der Stunde, überschritt bewusst die Grenze zwischen Kunst und Kommerz und wurde zum bestbezahlten kommerziellen Fotografen seiner Zeit.

Ein Aufwand wie in Hollywood

Steichen standen plötzlich Mittel zur Verfügung von denen er davor nur träumen konnte, er konnte Dinge machen, die ihm als selbstständiger Künstler unmöglich gewesen wären. Er dirigiert ein ganzes Heer von Beleuchtern, Ausstattern, Make-up Spezialisten Kulissenbauern, ja sogar ein Chefkameramann…wie die Hollywood Regisseure seiner Zeit.

Und wie ein Regisseur inszeniert er denn auch seine Bilder. Er arrangiert Situationen, kreiert Interieurs, komponiert surrealistische Szenerien, zieht alle Register der visuellen Verführung. Er erfindet nicht nur die moderne Modefotografie, er macht aus ihr eine Kunstform.

steichen_heberden.jpg

Edward Steichen
Actress Mary Heberden, 1935
Courtesy Condé Nast Archive, New York
© 1935 Condé Nast Publications

Kühle Erotik

Steichen entwickelt seine eigene Bildsprache, pragmatisch, professionnel, mit unerbittlicher Präzision. Bewusst verzichtet er auf avantgardistische Stilelemente, distanziert sich von den damaligen “Galmour Shot” Hollywoods und den erotisierten Starporträt des Broadway.
Den jungen Gary Cooper setzt er mit diabolischem Blick und mit den Händen tief in den Taschen in Szene; das Model Margaret Horan inszeniert er im Abendkleid vor einem vor einem aufgeklappten Konzertflügel – Gloria Swanson Gesicht hüllt er in einen mit Stickereien besetzen Schleier…

Steichens Stil ? Weltmännischer, elegant unterkühlter Art déco Erotismus.

Edward Steichen
Model wearing a shawl of crêpe de chine hand-painted by Russian artists, 1924
Courtesy Condé Nast Archive, New York
© 1924 Condé Nast Publications

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Geburt der Supermodels

Steichens Modelle sind keine Schaufensterpuppen mehr. Er verwandelt sie in Persönlichkeiten, gibt ihnen Charakter und fotografiert sie wie Stars. Aus Modefotografie macht er Porträtfotografie.

Gleichzeitig porträtiert er Hollywood Stars wie Marlene Dietrich, Greta Garbo, Gloria Swanson, Cary Cooper wie (heutige) Topmodelle, Aushängeschilder der Haute Couture und rückt sie in intime Nähe.

Schönheit, High Life, Luxus, Mode und Models lässt Steichen verschmelzen zu einer traumhaften Einheit. Ein revolutionärer Trend der bis heute anhält. So ebnet Steichen den individuellen Supermodels wie wir sie heute kennen, den Weg.

steichen_cooper.jpg

 

Edward Steichen
Actor Cary Cooper, 1930
Courtesy Condé Nast Archive, New York
© 1930 Condé Nast Publications

“Make Vogue a Louvre”

Natürlich schafft Steichen auf seinen technisch perfekten Bildern scheinbar perfekter Frauen eine überzeichnete Kunstwelt, einen Kosmos der Mode für die Schönen und die Reichen, zwischen mondäner Eleganz und künstlerischem Kommerz. Indem er die Mode jedoch ernst nahm, ihren Geist fotografisch festhielt, ermöglichte er ihren Einzug in die Museen.

Helmut Stampfli, Kunsthändler u. Gallerist
Espaces Arts & Objets
, Lausanne

Besonderen Dank an den Britischen Fashion Designer Roubi L’Roubi, für seine Anregung zu diesem Artikel und seiner zuvorkommender Unterstützung durch das exklusive RoubiMagazine – London.

 

Aus RoubiMagazine, London

 

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