Edward Steichen – Modefotografie im Kunstmuseum Zürich

 

Kunsthaus Zürich

Edwar Steichen. In High Fashion
11. Januar bis 30. März 2008

 

Das Kunsthaus Zürich zeigt in der Ausstellung „In High Fashion“ eine bisher unbekannte Seite des amerikanischen Fotografen Edward Steichen. Rund 200 Originalabzüge den 1920ger und 1930ger Jahre dokumentieren seine Revolution in der Modefotografie.

 

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Als 1910 Baron Adolf de Meyer seine erste Modeaufnahme für „Vogue“ schuf, sah alles noch ganz anders aus. Die Fotografie ersetzte zwar die Modezeichnung, im Mittelpunkt stand aber nach wie vor das Kleid. Alles andere war zweitrangig. Die Modelle hatten schön zu sein, das genügte. Sie waren kaum mehr als “Schaufensterpuppen”, ohne Persönlichkeit, ohne Prestige. Naomi Campbell, Heidi Klum, oder Kate Moss, sie wären damals undenkbar gewesen.

Mit alledem hat dann aber Edward Steichen gründlich aufgeräumt, als er 1923 vom Verlagshaus Condé Nast zum Cheffotografen von “Vogue” und „Vanity Fair” ernannt wurde.
Der damals 43jährige Steichen – als Maler und Kunstfotograf schon außerordentlich erfolgreich – nutzte die Gunst der Stunde, überschritt bewusst die Grenze zwischen Kunst und Kommerz und wurde zum bestbezahlten kommerziellen Fotografen seiner Zeit.

Ein Aufwand wie in Hollywood

Steichen standen plötzlich Mittel zur Verfügung von denen er davor nur träumen konnte, er konnte Dinge machen, die ihm als selbstständiger Künstler unmöglich gewesen wären. Er dirigiert ein ganzes Heer von Beleuchtern, Ausstattern, Make-up Spezialisten Kulissenbauern, ja sogar ein Chefkameramann…wie die Hollywood Regisseure seiner Zeit.

Und wie ein Regisseur inszeniert er denn auch seine Bilder. Er arrangiert Situationen, kreiert Interieurs, komponiert surrealistische Szenerien, zieht alle Register der visuellen Verführung. Er erfindet nicht nur die moderne Modefotografie, er macht aus ihr eine Kunstform.

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Edward Steichen
Actress Mary Heberden, 1935
Courtesy Condé Nast Archive, New York
© 1935 Condé Nast Publications

Kühle Erotik

Steichen entwickelt seine eigene Bildsprache, pragmatisch, professionnel, mit unerbittlicher Präzision. Bewusst verzichtet er auf avantgardistische Stilelemente, distanziert sich von den damaligen “Galmour Shot” Hollywoods und den erotisierten Starporträt des Broadway.
Den jungen Gary Cooper setzt er mit diabolischem Blick und mit den Händen tief in den Taschen in Szene; das Model Margaret Horan inszeniert er im Abendkleid vor einem vor einem aufgeklappten Konzertflügel – Gloria Swanson Gesicht hüllt er in einen mit Stickereien besetzen Schleier…

Steichens Stil ? Weltmännischer, elegant unterkühlter Art déco Erotismus.

Edward Steichen
Model wearing a shawl of crêpe de chine hand-painted by Russian artists, 1924
Courtesy Condé Nast Archive, New York
© 1924 Condé Nast Publications

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Geburt der Supermodels

Steichens Modelle sind keine Schaufensterpuppen mehr. Er verwandelt sie in Persönlichkeiten, gibt ihnen Charakter und fotografiert sie wie Stars. Aus Modefotografie macht er Porträtfotografie.

Gleichzeitig porträtiert er Hollywood Stars wie Marlene Dietrich, Greta Garbo, Gloria Swanson, Cary Cooper wie (heutige) Topmodelle, Aushängeschilder der Haute Couture und rückt sie in intime Nähe.

Schönheit, High Life, Luxus, Mode und Models lässt Steichen verschmelzen zu einer traumhaften Einheit. Ein revolutionärer Trend der bis heute anhält. So ebnet Steichen den individuellen Supermodels wie wir sie heute kennen, den Weg.

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Edward Steichen
Actor Cary Cooper, 1930
Courtesy Condé Nast Archive, New York
© 1930 Condé Nast Publications

“Make Vogue a Louvre”

Natürlich schafft Steichen auf seinen technisch perfekten Bildern scheinbar perfekter Frauen eine überzeichnete Kunstwelt, einen Kosmos der Mode für die Schönen und die Reichen, zwischen mondäner Eleganz und künstlerischem Kommerz. Indem er die Mode jedoch ernst nahm, ihren Geist fotografisch festhielt, ermöglichte er ihren Einzug in die Museen.

Helmut Stampfli, Kunsthändler u. Gallerist
Espaces Arts & Objets
, Lausanne

Besonderen Dank an den Britischen Fashion Designer Roubi L’Roubi, für seine Anregung zu diesem Artikel und seiner zuvorkommender Unterstützung durch das exklusive RoubiMagazine – London.

 

Aus RoubiMagazine, London

 

Links

 

 

Espaces Arts & Objets
Swiss Art Gallery

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~ by Stampfli & Turci on March 7, 2008.

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