Douglas Gordon – Videokünstler erhält Roswitha Haftmann-Preis

 

Der höchstdotierte europäische Kunstpreis, der Roswitha Haftmann-Preis, geht 2008 an den schottischen Videokünstler Douglas Gordon. Die Verleihung findet am 8. Mai 2008 im Kunsthaus Zürich statt.

 

Roswitha Haftmann-Stiftung

Medienmitteilung – Zürich, 16. Januar 2008

 

Der Stiftungsrat der Roswitha Haftmann-Stiftung vergibt 2008 den mit CHF 150’000.– dotierten Roswitha Haftmann-Preis an den schottischen Videokünstler Douglas Gordon (*1966). Beginnend mit Fotografie hat Gordon eine eigenständige Sprache aus Video- und Filminstallationen entwickelt. Neben Doug Aitken und Stan Douglas ist er der prominenteste Vertreter der mittleren Videokunst-Generation. 1996 erhielt er den Turner Prize.

Lustvoll zerlegt, zersplittert oder verdoppelt er Bilder oder verkehrt sie ins Gegenteil. Der Zweifel ist sein Komplize auf dem Weg zum künstlerischen Erfolg. Und er spielt ein doppeltes Spiel: Die Glaubwürdigkeit medialer Bilder angreifend, stört er die Wahrnehmungsfähigkeit beim Betrachter. In Installationen bedient Gordon sich optischer Täuschungen; vorgefundenes Film-Material enthält durch Auslassungen völlig neue Kontexte und auditive Elemente erzeugen Erwartungen, die in der Bildwelt dann nicht oder nicht wie vorab assoziiert eingelöst werden. In seinem Werk erkundet der Künstler Themen wie Versuchung und Furcht, Tod und Leben, Schuld und Unschuld. Den Betrachter zieht er in den Bann, indem er ihm seine eigene Existenz als schwankend und widersprüchlich vor Augen stellt.

Die ästhetische Brillanz und die emotionale Wucht seiner Videoarbeiten stehen seinen Vorbildern – insbesondere den Filmen Alfred Hitchcocks – in nichts nach. Sei es, dass eine Kamera in «Play Dead: Real Time» einen dressierten Elefanten umkreist, der sich in der New Yorker Gagosian Gallery wie zum Sterben niederlegt, oder in «B-Movie» eine Fliege zeigt, die erst lange mit den Beinen zappelt und dann tatsächlich stirbt. Gordons Themen umfassen die Angst vor Versuchungen, seine Arbeiten spielen mit Schuld und Unschuld, Leben und Tod. Das Wesen der in seinen Arbeiten portraitierten Menschen stellt er als wandelbar und widersprüchlich dar. Aktuelles Beispiel: «Zidane, ein Porträt des 21. Jahrhunderts», die Dokumentation über den französischen Fussballstar Zidane, die 2006 an den Filmfestspielen von Cannes gezeigt wurde.

In Anerkennung dieser ausserordentlichen künstlerischen Leistung, die sich inzwischen auch in anderen Gattungen als der Medienkunst entfaltet, verleiht der Stiftungsrat ihm den Roswitha Haftmann-Preis.

Ueber Douglas Gordon

Douglas Gordon (geboren 1966 in Glasgow) lebt und arbeitet in New York und Glasgow. Von 1984 bis 1988 machte er einen Bachelor of Arts an der Glasgow School of Art und studierte anschliessend bis 1990 an der Slade School of Art in London. 1996 wurde er mit dem Turner Prize ausgezeichnet.
Mit Ausstellungen und Werken ist er seither in den bedeutendsten öffentlichen Museen in Europa, den USA, Kanada und Südamerika vertreten.

 

Links

 

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~ by Stampfli & Turci on January 22, 2008.

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