GEHEN BLEIBEN – Bewegung, Körper, Ort in der Kunst der Gegenwart

 

Kunstmuseum Bonn

GEHEN BLEIBEN – Bewegung, Körper, Ort in der Kunst der Gegenwart
bis 17. Februar 2008

 

Marina Abramović/Ulay
Relation in Space, 1976 – (Beziehung im Raum)
Performance, 58 min.
Biennale di Venezia, Giudecca, Venedig/Venice, Juli/July, 1976
DVD video, loop, 11:56 min.
Netherlands Media Art Institute, Montevideo/Time Based Arts, Amsterdam
Courtesy Sean Kelly Gallery New York
Foto: Jaap de Graaf
© VG Bild-Kunst, Bonn 2007

Der Mensch ist in der Bewegung,, er geht um zu gehen, aber auch, um einen Ort zu finden, er bricht auf, um nicht bleiben zu müssen, er möchte bleiben, um nicht in die Fremdheit zu fallen, er entscheidet sich für ein Unterwegssein ohne Ziel und will doch ankommen. Der Mensch geht aus vielfältigen Gründen, er ist Entdecker, Forscher, Eroberer, er ist Siedler, Pilger, Missionar, schließlich Tourist, er geht, um die Welt zu verstehen, zu vermessen, zu besitzen, zu verändern, zu genießen. Er geht in der Hoffnung auf Einsicht, Verwandlung, Zukunft, aus Gier, Verzweiflung, Lust, er weicht der Gewalt, er wird vertrieben. In allen Kulturen und Religionen spielen die Bilder von Aufbruch, Unterwegssein, Rückkehr eine wichtige Rolle. Auch unser Leben ist von der Sehnsucht bestimmt, einfach loszugehen, der Sehnsucht nach Ferne, und zugleich wünschen wir uns die Sicherheit, heimkommen zu können, eine Bleibe zu haben.

Die Ausstellung gehen bleiben im Kunstmuseum Bonn umfasst über 80 Installationen, Objekte, Videos, Dokumentationen von Performances, Wandbilder, Fotos, Zeichnungen von 37 internationalen Künstlerinnen und Künstlern aus den sechziger Jahren bis heute, die von der Bewegung sprechen und von Orten, an denen die Bewegung anhält. Sie zeigen das Gehen und das Bleiben als unmittelbare, freie oder erzwungene Erfahrungen, die an den Körper gebunden sind und damit auch Erfahrungen von Identität vermitteln, so rudimentär diese erscheinen mag. Sie befragen prinzipielle Möglichkeiten der Selbstwahrnehmung und Selbstvergewisserung, der Beziehung zu Raum, Ort, Zeit, formulieren im Gehen und Bleiben aber auch historische, gesellschaftliche und biographische Erfahrungen. Sie entwerfen Modelle für andere Möglichkeiten zu leben und sehen im Gehen ebenso eine Metapher für das Transitorische und Flüchtige, das Vergehen der menschlichen Existenz. So umspannt die Ausstellung die verwirrende Gleichzeitigkeit der Empfindung, die Gehen und Leben, Bleiben und Erstarrung in eins setzt, andererseits im Gehen ein nomadisch ruheloses Umherirren, im Bleiben ein Ankommen bei sich selbst erkennt.

Links

 

 

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~ by Stampfli & Turci on January 6, 2008.

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